Wir bauen uns die Dressur

Im Trailkurs bei Anja Erckel konnten die Teilnehmer in eine beliebte Disziplin aus dem Westernreiten hineinschnuppern - und lernten gleichzeitig, auch in der klassischen Dressur bessere Hilfen zu geben. Und das ganz ohne die bekannten Lektionen, sondern mit Toren, Brücken und jeder Menge Stangen. Wie das mit anderen Disziplinen zusammenhängt, erklärte die Kursleiterin ausführlich. Jede Menge Input also für Zwei- und für Vierbeiner.

Eigentlich war der Tageskurs ursprünglich nur für acht Teilnehmer vorgesehen - nachdem Trainerin B Anja Erckel von "My Sweety - Training für Mensch und Pferd" aber entschieden hatte, die Teilnehmer in drei Gruppen aufzuteilen, wurde spontan und nur wenige Tage vor dem Kurs ein weiterer, letzter Platz frei - und auch dieser wurde noch gebucht. Ein weiterer Kurs also, der bis auf den allerletzten Platz und mit neun Teilnehmern komplett ausgebucht war. Mit dabei waren auch diesmal wieder acht unserer Schulpferde.

 

Wer schon zuvor Kurse bei Kursleiterin Anja besucht hatte, konnte sich in etwa vorstellen, was ihn erwarten würde - nicht nur, weil wir schon im vergangenen Jahr beim Start unseres Kurs- und Lehrgangsprogramms einen "Schnupperkurs Trailreiten" angeboten hatten. Wie auch bei anderen Kursthemen wurde die Halle mit Hilfe vieler Stangen, Pylonen und weiterer Hilfsmittel in einen Hindernisparcours verwandelt, der diesmal ausschließlich vom Sattel aus zu lösen war. Dabei kamen die "Pattern" genannten Aufgaben, die dem einen oder anderen Teilnehmer schon aus dem Kurs "Western Horsemanship" bekannt waren, ins Spiel, denn im Gegensatz zum Trail der Disziplin Working Equitation ist der Weg beim Western-Trail vorgegeben.

 

Die Pattern gibt es, wie auch im Horsemanship, in verschiedenen Schwierigkeitsstufen und Leistungsklassen. Einige Aufgaben, die das Öffnen, Durchreiten und Schließen eines Tores, sind fast immer dabei, andere steigern sich in der Schwierigkeit. Neben einem genau vorgegebenen Weg werden, wie auch beim Horsemanship, die Gangarten vorgeschrieben - und dabei gibt es möglichst viele Wechsel zwischen Schritt, Trab, Galopp, rück- und seitwärts.

 

Für die neun Teilnehmer ging es am Kurstag gleich doppelt auf den Pferderücken - und um es den Teilnehmern nicht allzu einfach zu machen, baute Anja den Parcours in der Mittagspause vollständig um, so dass für den Nachmittag komplett neue Aufgaben auf Zwei- und Vierbeiner warteten. Nicht nur auf die Reiter warteten Herausforderungen, die in der klassischen Reitweise eher selten vorkommen, auch für die Pferde war einiges dabei, was sie erst einmal ausprobieren mussten. Vormittags ging es zum Beispiel zuerst in eine quadratische "Box", die aus vier Stangen entstanden war. Darin sollten sich Reiter und Pferd, ohne überzutreten, um die eigene Achse drehen, also auf sehr engem Raum wenden. Die auf Pylonen und einer Plane behelfsmäßig entstandene "Brücke", die als nächste Aufgabe folgte, fanden die meisten Pferde dagegen nicht so spannend.

 

Nach einigen Stangen, die im Schritt zu überqueren waren, wartete auf die Teilnehmer das "Haus", eine ebenfalls aus vier Stangen gelegte Form, die später im Trab geübt wurde und bei der es nicht nur auf die korrekte Hilfengebung des Reiters, sondern auch die Wendigkeit des Pferdes ankam, um alle Stangen - inklusive Handwechseln - an den jeweils richtigen Stellen überqueren zu können. Nach einigen Trabstangen wartete mit dem Tor die nächste große Herausforderung: Aus Sprungständern und einem langen Seil gebaut, musste es auf einer Seite geöffnet werden. Danach mussten Pferd und Reiter das Tor möglichst flüssig durchqueren - rückwärts, vorwärts und seitwärts, so dass der Reiter das Tor von der anderen Seite aus wieder schließen konnte. Mit einigen Schritten rückwärts in einer Stangengasse endete der vormittägliche Parcours.

 

Nachmittags wurden die Aufgaben dann noch etwas anspruchsvoller - los ging es mit dem Tor, das diesmal von der anderen Seite aus geöffnet und geschlossen werden musste. Auch die im Anschluss folgende Box musste diesmal in die andere Richtung überwunden werden. Nach einigen Trabstangen kam dann der Galopp hinzu: Zwei Pylonen markierten den Start und das Ende der Strecke, die im Galopp zu überwinden war. Eine aus drei T-förmig gelegten Stangen entstandene Aufgabe stellte Zwei- und Vierbeiner nachmittags vor die größte Herausforderung: Im Trab sollten die Stangen in einer bestimmten Reihenfolge mit Handwechseln und engen Wendungen überwunden werden. Danach ging es auch in diesem Parcours in einer Stangengasse einige Schritte rückwärts, bevor L-förmig gelegte Stangen sozusagen "ins Ziel" führten.

 

Viele weitere Fotos vom Kurs gibt es auf unserer Facebook-Seite.

 

Der Kurs endete nach sieben Stunden mit müden, aber glücklichen Teilnehmer auf zwei und auf vier Beinen - denn das die nötige Konzentration nicht nur für die Reiter anstrengend war, sondern auch die Pferde ganz besonders forderte, wurde ganz deutlich. Dass sie auch diesmal wieder großartig mitgemacht haben, ist zwar schon fast keine Überraschung mehr, aber es freut uns natürlich ganz besonders - danke an unsere tollen Schulpferde Anoki, Cesar, Efenia, Emil, Fahira und Jolie. Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass nur wenige Wochen nach ihrer Ankunft bei uns im Stall auch schon unsere neuen Schulponys Cattinca und Smilla mit vollem Eifer dabei waren und sich von den Aufgaben nicht erschrecken ließen. Mit Conroy war diesmal auch ein Pony aus Privatbesitz beim Kurs dabei und komplettierte die Runde.

 

Vielen Dank an Aline, Angelika, Anna-Lena, Ardita, Celina, Finnja, Hannah, Kristin und Rosemarie für das Interesse an diesem eher ungewohnten und für unseren Stall ungewöhnlichen Kurs und die Bereitschaft, in eine ganz andere Disziplin hineinzuschnuppern - wir hoffen, ihr hattet einen schönen und lehrreichen Tag bei uns im Stall! Unser ganz besonderes Dankeschön geht auch diesmal wieder an Trainerin B Anja Erckel, die für einen lehrreichen und unterhaltsamen Tag gesorgt und unseren Teilnehmern viel beigebracht hat.

 

Noch wissen wir nicht, wie es mit dem Kursprogramm in den nächsten Wochen weitergeht. So, wie es aktuell aussieht, werden die für den 8. November ("Dressurarbeit mit Leichtigkeit" bei Karen Krause, ausgebucht) und 22. November ("Kombi-Kurs Bodenarbeit und Reiten", ebenfalls bei Anja Erckel, letzte freie Plätze) wohl coronabedingt ausfallen müssen. Ob die Halbtageskurse "Horse-Agility" im Dezember stattfinden können, steht ebenfalls noch nicht fest. Wenn ihr nach dem Lesen dieses Artikels aber Lust darauf habt, selbst mal an einem unserer Kurse teilzunehmen, meldet euch gern trotzdem an - wir halten euch über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden und würden uns natürlich freuen, wenn die letzten noch verbliebenen Kurstermine möglich wären.

 

Mit der Kursplanung für das Jahr 2021 werden wir möglichst bald beginnen. Alle Termine könnt ihr in unserem Kursprogramm nachlesen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0