Man ist nie zu alt, um Reiten zu lernen

„Ich wollte ja schon immer reiten lernen – leider hat sich die Möglichkeit nie ergeben. Jetzt bin ich zu alt.“ Das hören wie, bei Eltern unserer jungen Reitschüler, aber auch bei anderen Pferdefreunden, immer wieder. Klar lernt man als Kind schneller, ist beweglicher und macht sich nicht so viele Sorgen – solange man körperlich noch fit genug ist, ist man allerdings nie zu alt, um Reiten zu lernen. Der Reitsport ist schließlich eine der wenigen Sportarten, die sogar bis zu den schweren Turnierklassen von Reitern bis ins hohe Alter betrieben werden kann.
Um reiten zu können, benötigt man weniger Schnell- oder Muskelkraft und auch nicht so extreme Ausdauer als für andere Sportarten. Im Vordergrund steht vor allem die Koordination. Natürlich schadet es nicht, wenn man sportlich ist – an Körperspannung, Beweglichkeit und Kondition muss man auch beim Reiten arbeiten. Eine gewisse Fitness ist also hilfreich – außer schweren körperlichen Beschwerden gibt es ansonsten aber wenig Gründe, nicht auch noch im höheren Alter in den Sattel zu steigen.
Während es bei vielen anderen Sportarten allein Ehrgeiz und Motivation sind, weswegen man die Trainings durchhält und verkraftet, dass auch mal etwas nicht so klappt, kommt beim Reiten noch etwas ganz besonderes hinzu: Die Faszination Pferd. Die Arbeit mit den großen Tieren und der Aufbau gegenseitigen Vertrauens haben eine magische Anziehungskraft.
Allen, die noch nie auf dem Pferderücken gesessen haben, können wir nur versichern: Es lohnt sich, wenn man den Schritt wagt und sich als Erwachsener in den Sattel schwingt. Der Traum, gemütlich durch die Wälder zu reiten und über die Wiesen zu galoppieren, ist allerdings ein Stück entfernt – bis dahin gibt es einiges zu lernen.
Einsteiger beginnen bei uns mit sogenannten Longenstunden und erhalten dort erst einmal Einzelunterricht. Wer soweit ist, dass er alleine reiten kann, wechselt in eine Gruppenstunde – sattelfeste Reitschüler mit Vorkenntnissen können auch direkt in einer Gruppe einsteigen.

Was brauche ich für die Reitstunden?

Reitkappe, Reitstiefel, Reithose und jede Menge weiteres Zubehör – was ist wirklich nötig für die allerersten Reitstunden? Für eure Probestunden müsst ihr noch nicht so perfekt ausgestattet sein – falls ihr von früheren Reitstunden noch etwas im Schrank habt, dann lohnt es aber natürlich, das noch einmal herauszukramen. 

 

Hier eine Übersicht, was ihr für die ersten Probestunden benötigt:

 

Helm

Ohne Helm geht es bei uns nicht auf den Pferderücken – den braucht ihr wirklich. Falls ihr keinen Reit-, aber einen gut sitzenden Fahrradhelm habt, könnt ihr auch den mitbringen. Dann schauen wir mal, ob wir vorerst den verwenden können. Wenn euch gar kein Helm zur Verfügung steht, dann können bei uns für die einzelnen Stunden auch Helme geliehen werden – allerdings haben wir nicht in allen Größen Helme vorrätig. Ein eigener Helm wäre also besser, da dieser wirklich gut sitzen sollte.

 

Kleidung

Am besten kommt ihr in bequemer Kleidung, in der ihr euch gut bewegen könnt. Die Kleidung sollte nicht zu weit sein, damit ihr nirgendwo hängenbleibt. Außerdem sollte die Kleidung nicht zu sehr flattern – Jacken solltet ihr beim Reiten also schließen, Schals bestenfalls ausziehen. Selbst im Hochsommer sind kurze Hosen oder gar Röcke zum Reiten nicht geeignet. Eure (lange) Hose sollte an der Bein-Innenseite bestenfalls nur dünne oder gar keine Nähte haben – in Jeans wird es oft eher unbequem. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass der Stoff der Hose nicht zu rutschig ist, damit ihr etwas Halt im Sattel habt. Auf Schmuck wie lange Ohrringe oder Ketten, mit denen ihr hängenbleiben könntet, solltet ihr wie bei anderen Sportarten verzichten.

 

Schuhe

Ihr solltet unbedingt feste Schuhe tragen – selbst bei sommerlichen Temperaturen sind Sandalen im Stall keine Option. Auch dünne Ballerinas oder andere dünnen (Stoff-)Schuhe sind nicht geeignet – die Gefahr, dass euch doch irgendwann mal ein Pferd auf dem Fuß steht, ist groß. Eure Schuhe sollten wenig bis kein Profil haben (Wanderschuhe mit tiefen Rillen in der Sohle sind also ungeeignet), bestenfalls bis über den Knöchel gehen und einen kleinen Absatz haben – dieser verhindert, dass euch der Fuß komplett durch den Steigbügel rutscht. Am besten schaut ihr euch auf Bildern im Internet mal das Profil von Reitstiefeln und -schuhen an und schaut, ob ihr etwas ähnliches im Schuhschrank habt.

 

Weiteres Zubehör wie Handschuhe, Gerte, usw.

Wenn ihr in einem Reitsportgeschäft unterwegs seid, dann wird euch gern empfohlen, euch gleich eine Komplett-Ausstattung zuzulegen. (Reit-)Handschuhe können sinnvoll sein, wenn ihr die ersten Probestunden hinter euch habt und es daran geht, mehr mit dem Pferd (und damit auch mit dem Zügel in der Hand) zu arbeiten – sie schonen die Hände und verhindern Blasen an den Stellen, wo ihr die Zügel haltet. Beim Antreiben des Pferdes hilft euch anfangs sowieso der Übungsleiter – über Zubehör wie Gerten und ähnliches müsst ihr euch also erst später Gedanken machen.

 

Wenn ihr nach den ersten Probestunden weitermachen wollt, solltet ihr euch zuerst einen gut sitzenden Reithelm anschaffen. Achtung: Sobald dieser einmal zu Boden gefallen ist (ob mit euch bei einem Sturz vom Pferd oder einfach nur außerhalb der Halle durch Unachtsamkeit, wenn er euch herunterfällt), schützt er eventuell nicht mehr optimal – kleine Risse können praktisch unsichtbar sein. Auch Reitstiefel oder -schuhe (mit oder ohne Chaps, also „Beinschoner“) sind eine lohnenswerte Investition, wenn ihr weitermachen wollt. Und ihr werdet schnell merken, dass es sich mit einer Reithose viel angenehmer auf dem Pferd sitzt. Sowohl die Schuhe oder Stiefel als auch die Reithosen kann man aber oft günstig gebraucht kaufen – nur beim Helm solltet ihr bereit sein, ein paar Euro in eine sichere und gut sitzende Reitkappe zu investieren.