Reitbetrieb vorerst eingestellt

Unsere Vereinsmitglieder haben wir schon vor einigen Tagen per E-Mail informiert - nun noch einmal für alle, die es bislang vielleicht nicht mitbekommen haben: Bis mindestens 19. April haben wir unseren Betrieb eingestellt. Es finden keine Reitstunden, Voltigier-Trainings und Therapie-Angebote statt. Das Betreten des Vereinsgeländes ist nur einer kleinen Gruppe Ehrenamtlicher gestattet. Eine schwierige Situation für uns alle - wie geht's weiter?

Natürlich möchten auch wir alles dafür tun, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen - der Schritt, alle unsere Angebote abzusagen, fiel uns dennoch nicht leicht. Denn wie wird das Futter der Pferde bezahlt, wenn alle Reiter zuhause bleiben? 

 

Was für unsere Reitschüler „nur“ ein paar Wochen ohne Reitunterricht bedeutet, kann für unseren Verein der Ruin sein: Die Einnahmen fehlen, aber die Ausgaben bleiben. Wenn eine Verwaltung die Bücherei sicherheitshalber schließt, müssen die Bücher nicht gefüttert werden. Wir haben ein Hobby gewählt, bei dem wir keinen Hand- oder Fußball für fünf Wochen oder gar fünf Monate in die Ecke legen können. Wir machen uns, wie viele Menschen, nicht nur Sorgen um die Gesundheit unserer Lieben und darum, wie es mit unseren Jobs weitergeht, sondern auch um unsere 16 Vereinspferde.

 

Die Pferde müssen versorgt und die dringendsten Ausgaben wie Futter, Einstreu, Hufschmied, eventuelle tierärztliche Versorgung und Kreditraten gesichert werden. Das sind grob überschlagen jeden Monat etwa 10.000 Euro. Im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben, deren Schwerpunkt in der Vermietung von Pferdeboxen liegt und die von ihren Einstellern auch weiterhin die monatliche Boxenmiete erhalten, finanzieren wir uns ausschließlich über Reitstunden, Kurse und therapeutische Angebote. 

 

Wie viele Reitbetriebe haben auch wir unsere Vereinsmitglieder darum gebeten, ihre Reitstunden- und Voltigier-Beiträge weiter zu bezahlen – auf freiwilliger Basis als Spende. Für die Vereinsmitglieder sind es kleine Ausgaben, die ohnehin eingeplant waren. Für unsere Pferde ist es das Futter für die nächsten Wochen. Und für unseren Verein die Sicherung der Existenz. Natürlich freuen wir uns auch sehr über Unterstützung von Nicht-Vereinsmitgliedern – jeder Euro hilft!

 

Wir bieten hier auf unserer Internetseite schon seit längerer Zeit ein Formular an, über das ihr einfach online spenden könnt. Wie ihr darüber hinaus noch ganz einfach und ohne Mehrkosten zum Beispiel beim Online-Einkauf helfen könnt, könnt ihr hier nachlesen. Eine Online-Spendenaktion haben wir auch auf unserer Facebook-Seite gestartet.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns bis jetzt, teils wirklich sehr großzügig, finanziell unterstützt haben und die das in den nächsten Wochen noch tun - ihr alle tragt dazu bei, dass unsere Pferde genug Futter haben, bis wir mit unseren Angeboten wieder loslegen können, und dass wir uns als Ehrenamtliche das ganze Jahr über Tag für Tag reinhängen, um den Verein am Laufen zu halten! Außerdem geht ein großes Dankeschön an die kleine Gruppe Übungsleiter, die das Vereinsgelände betreten darf und sich toll organisiert hat, um mit viel zeitlichem Aufwand täglich unsere Pferde zu versorgen - danke, dass  ihr von morgens um 7 Uhr bis abends um 21 Uhr aktiv und für unsere Pferde da seid!

 

Dafür haben wir eine Anwesenheitsliste, die regelt, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig auf dem Wiesenhof sind. Personen mit Krankheitssymptomen dürfen die Anlage nicht betreten. Das Team, das sich um die Pferde kümmert, befolgt zusätzlich weitere Regelungen - etwa ausreichend Abstand voneinander, nur einzelnes Betreten der Sattelkammer oder häufiges Händewaschen, zum Beispiel direkt nach Betreten und vor Verlassen des Vereinsgeländes. 

 

 

Noch einmal der Appell an alle Vereinsmitglieder, an große und kleine Pferdefreunde und alle, die das schöne Wetter für Spaziergänge rund um das Vereinsgelände nutzen: Bitte betretet den Wiesenhof nicht!

 

Bleibt Zuhause und bleibt gesund!

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