Pferde-Fakt #2: Ältestes Pferd

„Old Billy“ wurde von Edward Robinson in Woolston, England, gezüchtet. Er kam 1760 auf die Welt und starb am 27. November 1822 – das bedeutet, er wurde 62 Jahre alt! Die Kreuzung aus Welsh Cob und Shire Horse tat angeblich über 50 Jahre lang brav seinen Dienst als Schlepp-Pferd, das für seinen Gutsherren Henry Harrison schwere Frachtkähne kanalauf- und -abwärts zog. Im Jahr 1819 ging „Old Billy“ dann mit immerhin 59 Jahren in Pension – und starb 3 Jahre später. Nicht bekannt ist übrigens, ob er das „Old“ auch schon bei Geburt im Namen hatte… ;-) 


Für einen Vergleich zum menschlichen Alter gibt es für Pferde jede Menge Berechnungsmöglichkeiten – und es gibt keine sichere Auskunft darüber, welche die richtige ist. Sicher ist in jedem Fall: Solange Pferde jung sind, „altern“ sie schneller. Das heißt, dass sie in den ersten Lebensjahren größere Wachstums- und Entwicklungsschritte machen als im höheren Alter. Das unterscheidet sich dann noch einmal zwischen den verschiedenen Pferderassen, hängt aber auch stark von der Haltung und Pflege des Pferdes ab.


Es gibt Rassen, die sehr früh ausgewachsen sind – Kaltblüter etwa haben die geringste Lebenserwartung, da war „Old Billy“ eine große Ausnahme. Da kaltblütige Pferde mit 3 bis 4 Jahren ausgewachsen sind, erreichen sie ein durchschnittliches Lebensalter von nur 16 bis 18 Jahren. Warmblüter, die aus Vermischungen verschiedener Pferderassen hervorgegangen sind, sind mit etwa 5 Jahren ausgereift. Ihnen wird nachgesagt, dass sie durchschnittlich etwa 20 Jahre alt werden. Das höchste Alter erreichen Robustpferde und sehr alte Pferderassen, etwa Isländer und Araber, die erst in einem Alter von 8 Jahren ausgewachsen sind. Sie können auch mal 40 Jahre alt werden und sind noch bis weit über 20 voll leistungsfähig.


Wie auch bei Menschen ist das Durchschnittsalter von Pferden in den letzten Jahren aber etwas angestiegen. Die meisten Pferde sterben heutzutage in einem Alter zwischen 25 und 30 Jahren. Übrigens bekommen auch viele Pferde, wenn sie älter werden, weiße Haare – im Gesicht.


Ganz grob kann man sagen, dass die Entwicklung eines Pferdes in seinen ersten drei Lebensjahren so schnell vorangeht, dass man pro Jahr etwa 6,5 Menschenjahre rechnen kann. Nach der Pubertät verlangsamt sich die Entwicklung. Für ein Menschenjahr rechnet man dann mit etwa 2,5 Pferdejahren. Aber wie gesagt: Unterschiedliche Pferderassen altern unterschiedlich schnell.


Ein 20-jähriges Pferd wäre umgerechnet somit etwa 62 Menschenjahre alt, im Alter von 3 Jahren knackt das Pferd die Grenze zu 20 Menschenjahren. Das würde allerdings auch bedeuten, dass „Old Billy“ ein biblisches Alter von 167 Menschenjahren erreicht hätte.


Übrigens erreichen bei Weitem nicht alle Pferde wenigstens das „Renten-Alter“: Zwei Studien aus den Jahren 1985 und 1990 ergaben, dass Pferde in Deutschland nur ein Durchschnittsalter von 8,5 bzw. 7,8 Jahren. Die für diese beiden genutzten Zahlen sind aber nur auf eine jeweils eine kleine Gruppe von Pferden übertragbar – die erste Studie bezog sich auf das Alter von Schlachtpferden, die zweite Studie auf das Alter von Pferden, für die eine eigene Lebensversicherung abgeschlossen war. Hauptursache für den frühen Tod waren Probleme der Atemorgane bzw. bei den versicherten Pferden Probleme des Bewegungsapparats.


Trotzdem ist das ziemlich erschreckend – und wir sind froh, dass sich die Pferde bei uns auf dem Wiesenhof so oft bis in sehr hohes Alter bester Gesundheit erfreuen!

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